Was gibt es in Long Beach zu sehen?

Ähnlich wie Santa Monica zählt auch Long Beach genau genommen nicht mehr zur Stadt Los Angeles, doch die Gemeinde, die ein gutes Stück weiter südlich an der Küste gelegen ist, zählt natürlich noch zum Großraum und wird deshalb – sowohl von Touristen als auch von Einheimischen – fast immer als Teil von LA bezeichnet. Dennoch stellt sich natürlich die Frage: Was gibt es dort überhaupt zu sehen und lohnt sich der Besuch, wenn man schon Venice Beach oder Redondo Beach kennt? Lässt sich Long Beach damit überhaupt vergleichen?

Um die letzte Frage als erstes zu beantwortet: Nein, Long Beach lässt sich trotz Küstenlage und ähnlichen Namens nicht wirklich mit Venice und Redondo vergleichen. Während in Venice vor allem die normalen bis exzentrischen Bewohner der Stadt vorzufinden sind, ist Redondo Beach recht stark von Hotels und dem Tourismus geprägt, während Long Beach ein etwas ärmeres Publikum anspricht. Was auf den ersten Blick nicht überraschen mag, beherbergt die etwa eine halbe Million Einwohner fassende Stadt doch den zweitgrößten Container-Hafen der USA und ist dementsprechend stark von Industrie geprägt. Auch die Luftverschmutzung („Pollution“) ist hier so stark wie in kaum einer anderen Region des Südwestens.

Davon aber sollten sich Besucher aus Europa nicht abschrecken lassen, denn von der Armut und auch der Luftverschmutzung bekommt man bei einem kurzen Besuch relativ wenig mit. Konzentriert man sich auf die zwei, drei Sehenswürdigkeiten von Long Beach, lohnt sich der Abstecher durchaus, denn hier gibt es etwas zu sehen, das man auch in Europa so kaum zu Gesicht bekommt.

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Das Highlight der Stadt schlechthin ist nämlich die RMS Queen Mary, ein großes Schiff, das einst sowohl als Kreuzfahrtsschiff als auch Kriegsschiff zum Einsatz kam, was es bereits äußerst einzigartig macht. Die RMS Queen Mary ist heute gleichermaßen Hotel, Event Center und Museum, was sie zu einem einzigartigen Erlebnis und den Besuch äußerst lohnenswert macht. Für etwa 15$ pro Person kann man die verschiedenen Decks, den Maschinenraum und natürlich auch die Brücke besichtigen, wobei vor allem der heute kaum noch erhaltene Art Deco Stil ins Auge fällt, der den meisten wahrscheinlich nur noch von dem Atomium in Brüssel oder aus dem Film Titanic bekannt ist, denn auch die Titanic wurde in diesem Stil erbaut.

Zwei Stunden kann man gut und gerne auf dem Schiff verbringen, bei großem Interesse vielleicht sogar länger. Nebenan befindet sich zudem ein altes U-Boot, das ebenfalls besichtigt werden kann, was ebenso aufgrund der beklemmenden Atmosphäre an Bord ein Erlebnis darstellt, auch wenn es nicht ganz so beeindruckend ist wie die Queen Mary selbst.

Nicht weit von den beiden Schiffen entfernt trifft man darüber hinaus auf das Long Beach Aquarium, eines der größten Aquarien an der Westküste der USA und vor allem für Familien mit Kindern eine Überlegung wert. Auch bei schlechtem Wetter lohnt sich der Besuch natürlich, auch wenn er nicht ganz günstig ist. Hier sollte man abwägen, denn natürlich kann man ähnlich Aquarien auch in anderen Städten (San Francisco, Monterey) oder sogar zu Hause in der Heimat sehen.

Ebenfalls sehen schließlich sollte man die Walter Pyramid auf dem Campus der Long Beach State University. Sie sieht so ähnlich aus wie das Luxor in Las Vegas, ist aber natürlich kein Hotel, sondern wird vor allem für Basketball-Partien des heimischen College Teams eingesetzt. Sehenswert wie außergewöhnlich.